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Von der Castingbühne zur Modeikone: GNTM-Sieger:innen im Wandel

Seit 2006 hat sich die Welt von GNTM rasant verändert. Die Sieger:innen des berühmten Modelsuchformats sind nicht nur Gesichter, sondern auch Geschichten des Wandels und des Erfolgs.

Clara Becker · · 2 Min. Lesezeit

Es gibt diesen Moment, in dem man als Zuschauer der Show "Germany's Next Topmodel" (GNTM) das Gefühl hat, in einem melancholischen Zeitraffer die Entwicklung einer ganzen Generation von Models zu beobachten. Ich saß neulich auf der Couch, während die aktuelle Staffel über den Bildschirm flimmerte, und dachte zurück an die ersten Siegerinnen des Formats. 2006 stand die damalige Gewinnerin, Lena Gercke, auf der Bühne – ein Gesicht, das zur Zeit des ursprünglichen Hypes so viel mehr war als nur ein hübsches Äußeres. Es war das Gesicht einer neuen Ära, in der Reality-TV und Modelkarrieren untrennbar miteinander verbunden wurden.

Lena war nicht nur Model; sie wurde ein Phänomen. In den folgenden Jahren füllten sich die Bildschirme mit ähnlichen Geschichten: Models, die sich nicht nur in der Modebranche etablierten, sondern auch als Unternehmerinnen oder Influencerinnen eine Plattform aufbauten. Jede Siegerin brachte ihre eigene Prägung in die Welt der Mode mit, und dennoch blieb eine Konstante: das Streben nach Perfektion und Erfolg in einer bestens kuratierten und oft unverzeihlichen Branche.

Denkt man zum Beispiel an die Gewinnerin von 2012, Luisa Hartema, die sich nach ihrem Sieg nicht nur in der Modewelt, sondern auch in den sozialen Medien stark positionierte. Ihr wegweisender Einfluss auf Instagram zeigte, dass die Models von heute mehr sind als nur die Gesichter auf den Laufstegen. Sie sind Markenbotschafter, Content Creator und Vorbilder. Die Dynamik der sozialen Medien hat die Spielregeln geändert. Wo die Siegerinnen früher vornehmlich in Hochglanzmagazinen abgebildet wurden, sind es heutzutage ihre eigenen Kanäle, die den Ton angeben.

Der Trend hat sich fortgesetzt. Der mediale Druck ist enorm, und dennoch scheinen die Gewinner:innen wie Stefanie Giesinger oder Barbara Meier erfolgreich mit den Erwartungen umzugehen. Stefanie nutzt ihre Plattform, um Themen wie Body Positivity und mentale Gesundheit in den Vordergrund zu stellen. Barbara hingegen hat sich einen Namen als Unternehmerin gemacht und zeigt, dass es möglich ist, in der Branche Fuß zu fassen, ohne sich dem Ideal des Supermodels zu unterwerfen.

Mit dem Wandeln der Zeit haben sich auch die Kriterien für den Erfolg gewandelt. Wo einst die Modelmaße und die klassische Schönheit im Vordergrund standen, gilt heute eine breite Palette an Vielfalt. Das ist nicht nur ein Fortschritt, sondern auch ein notwendiger Umbruch in einer Branche, die oft für ihre Unnachgiebigkeit kritisiert wird. Wenn ich an die heutigen GNTM-Sieger:innen denke, sehe ich nicht mehr nur junge Frauen, die ein Modelvertrag bekommen; sie sind auch Akteurinnen in einer Diskussion über Schönheit, Identität und Selbstakzeptanz.

Das Castingformat, das vor mehr als 15 Jahren mit Lena Gercke begann, ist mehr als nur ein Wettkampf um den Titel des Topmodels geworden. Es ist ein Spiegelbild unserer sich wandelnden Gesellschaft, in der jede Siegerin nicht nur für Mode, sondern auch für eine Haltung steht.